"Mit dem Schreiben ist es wie mit dem Sex. Nur mit großer Leidenschaft ist das Ergebnis befriedigend." (Thomas Häntsch)

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Über mich

Ich werde oft gefragt, wie ich zum Schreiben gekommen bin. Meistens ist meine Antwort die gleiche:

"Weil ich nicht tanzen kann".

Aber so ist es. Jeder Mensch hat seine Vorlieben. Ich hätte gerne getanzt. Doch für dieses Talent fehlt mir einfach die Geschmeidigkeit. Wenn ich tanze, dann wie ein Räucheraal. Allerdings habe ich schon immer gerne gezeichnet. Die Regale sind vollgestellt mit Leinwänden, Blöcken, Pinseln, Acrylfarben und Pastellkreiden. Sogar mit einer Staffelei. Letzteres habe ich aber nie benutzt.

Mit 19 habe ich mein erstes Buch geschrieben. Es war ein Dossier über das buddhistische Leben im Westen. Wie es uns bereichern und im Einklang mit dem Christentum gebracht werden kann. Eine Hommage an Dharma, Nirwana und die Wiedergeburt. Das Buch war keine 190 Seiten dick (wohlgemerkt: DIN A 5, 1,5 zeilig und in Schriftgröße 16) und ich habe es zum Kleben in den Copyshop gebracht. Wenige Jahre später landete es im Altpapier - und wurde vermutlich als Klopapier wiedergeboren.

Angeknüpft an diese Erfahrung begann ich um 2002 herum, mein erstes belletristisches Buch zu schreiben. Ein Frauenroman. Witzig, mit viel Liebe, aber wenig Cliffhangern. Genre, Motivation und Ergebnis war meinem bisherigen Leseverhalten geschuldet, denn ich las vornehmlich Bücher von Marian Keyes, Idilko von Kürthy und Sophie Kinsella. Die Reaktion bei den Verlagen war - trotz Agenturvertrag - verhalten. Dennoch war das Feedback für die Entwicklung der späteren Esther-Roloff-Krimis maßgeblich. Denn mir wurde empfohlen etwas schaffen, mit dem ich mich identifizieren konnte. Womit ich mich auskannte.

Was allerdings nicht heißen soll, dass ich gelegentlich Menschen umbringe.

Mein Name ist Sonja Ullrich, ich bin 34 Jahre alt und lebe in Bochum. Als Bergmannstochter war ich es gewohnt, Eierkohlen in den Keller zu schöppen und meine Winterabende in der Küche am Kohleofen zu verbringen. Verpuffungen gehörten genauso zum Tagesgeschäft wie Bergmann-Seifen, Glückauf-Begrüßungen und durchgeknallte Sicherungen. Selbsterklärend also, warum meine erste Serienfigur unbedingt eine Bergmannstochter sein sollte.

Zechenkind-Krimis mussten her

Mittlerweile bin ich schon bei dem 3. Esther-Roloff-Krimi angelangt und ich kann mit Fug und Recht behaupten, dass mir die Figuren ans Herz gewachsen sind. Sie sind eigensinnig, dickköpfig und gehen immer den komplett entgegengesetzten Weg zum Ziel. Und genau das macht das Schreiben mit ihnen so interessant. Nichts ist berechenbar - im Gegenteil: Je mehr ich mich bemühe, nach einem vorgefertigten Plan zu schreiben, umso eher werde ich von Blockaden geplant. Weil es einfach nicht stimmt. Weil es einfach nicht zu ihnen passt. Weil sie nicht dafür gemacht sind, nachzugeben. Das ist schwierig. Vor allem, wenn nur der Böse eine Waffe hat.

Impressionen

Sonja Impressionen